Im Rahmen der Versammlung wurde ein Projekt des Wissenschaftsfonds Serbiens vorgestellt, das im Rahmen des PROMIS 2023-Programms durchgeführt wird: das Deutsch-Serbische Kollokationswörterbuch für das Lernen und Lehren der deutschen Sprache (Acronym DeSKoll).
Über das Projekt sprachen der Projektleiter, Prof. Dr. Nikola Vujčić (FILUM, Kragujevac), sowie die Projektmitarbeiterinnen Dr. Georgina Frei (FILUM, Kragujevac) und Dijana Stojić (Fakultät für Technische Wissenschaften, Čačak). Die Teilnehmenden des Symposiums wurden von Prof. Dr. Boško Suvajdžić, Präsident der Versammlung der Vuk-Stiftung, begrüßt.
Das Forschungsteam besteht aus Expertinnen und Experten der Philologisch-Künstlerischen Fakultät in Kragujevac (Projektträger), der Philosophischen Fakultät in Novi Sad und der Fakultät für Technische Wissenschaften in Čačak. Ziel des Projekts ist die Erstellung eines deutsch-serbischen Kollokationswörterbuchs, das als Web- und Mobilanwendung zur Verfügung stehen wird. Die Arbeit gliedert sich in acht Phasen: eine technische Phase, in der die Online-Plattform und die mobile Anwendung entwickelt werden, gefolgt von der theoretischen Definition des Kollokationsbegriffs, der Erstellung von Kollokationsdatenbanken, der Festlegung von Kollokationen mit passenden Beispielen auf Basis einer definierten Wortliste, der Identifizierung geeigneter serbischer Übersetzungsäquivalente für die deutschen Kollokationen, der Eingabe der aufbereiteten Daten in das erstellte Web- und Mobilanwendungssystem, der Erstellung von Aufgaben auf Basis der gewonnenen Kollokationen und zugehöriger Beispiele sowie schließlich der Kontrolle und Anpassung der eingegebenen Daten. Für dieses Projekt werden Kollokationen als gebräuchliche lexikalische Kombinationen definiert, die aus einer eigenständigen Bedeutungsbasis, möglichen Begleitelementen und einem bevorzugten Kollokator bestehen, der im mentalen Lexikon fixiert und als Ganzes ohne idiomatische Eigenschaft reproduzierbar ist.
Das geplante Kollokationswörterbuch hat folgende Makrostruktur: Begleitteile des Wörterbuchs (Projektinformationen, Benutzeranleitung, Codes und Abkürzungen, Impressum und eine Liste relevanter Literatur); der zentrale Teil des Wörterbuchs – Einträge und dazugehörige Übungen. Auf der Mikrostrukturebene wird die Materialgrundlage erklärt: morphologische Merkmale, syntaktische Merkmale (stilistische Merkmale) und Einstufung des Sprachniveaus (A1‒C1+).
Die größte Herausforderung bei der Übersetzung von Kollokationen war das Fehlen von Parallelkorpora, während die Durchsicht vorhandener Übersetzungsliteratur einen erheblichen Aufwand mit ungewissem Ergebnis bedeuten würde. Realistische Möglichkeiten beinhalten die Suche in vorhandenen serbischen Sprachkorpora (wie die Korpora von clarin.si und matf.bg.ac.rs) sowie in existierenden Kollokationsdatenbanken der kroatischen Sprache mit entsprechenden Anpassungen. Die Kollokationsdatenbanken werden aus vorhandenen Wortlisten, die vom Goethe-Institut für die Niveaus A1, A2 und B1 standardisiert wurden, entnommen, während das Projektteam das Korpus für höhere Niveaus erstellen wird.
Die Webanwendung wird auf der WordPress-Plattform entwickelt und für die Anzeige auf allen Gerätetypen optimiert. Geplant sind Anwendungen für die Betriebssysteme Android und iOS, die auf allen Bildschirmgrößen von Tablets und Smartphones angezeigt werden können. Die Apps werden auf der Projektwebsite zum Download bereitgestellt, und für die Nutzung der Anwendung wird kein Internetzugang erforderlich sein. Administratoren werden die Datenbank über die Webanwendung befüllen, aber Änderungen an der Datenbank erfordern den Download neuer Versionen der mobilen Apps. Die erste Version der Webpräsentation des Projekts ist unter folgender Adresse verfügbar: https://deskoll-dictionary.kg.ac.rs/
An der Diskussion zum vorgestellten Projekt beteiligten sich Dr. Olivera Durbaba (Philologische Fakultät, Belgrad), Dr. Ljubica Đurić (Philologische Fakultät, Belgrad), Dr. Dragana Radojević (Philologische Fakultät, Belgrad), Dr. Natasha Stanković Šošo (Philologische Fakultät, Belgrad), Kristina Ilić, Doktorandin und Demonstratorin im Germanistikbereich (Philologische Fakultät, Belgrad), Aleksandra Brajović, Doktorandin am Institut für Slawistik der Universität Wien, sowie Masterstudierende der Philologischen Fakultät in Belgrad. Erfahrungen im Bereich der Glottodidaktik, die durch den Unterricht der serbischen Sprache und Literatur gewonnen wurden, wurden ausgetauscht, und spezifische Fragen wurden zur Funktionsweise der geplanten Anwendung, zur Interaktionsmöglichkeit der Benutzer mit Lehrenden, zur Zielgruppe des geplanten Wörterbuchs (einschließlich Lernender und Lehrender des Deutschen sowie Übersetzender), zur Einstufung der Sprachniveaus einzelner Kollokationen, zur Erstellung eines Korpus aus Deutschlehrbüchern (alle in digitalem Format), zur Möglichkeit der Erstellung eines umgekehrten Kollokationswörterbuchs für Studierende des Serbischen als Herkunftssprache sowie zur Nachhaltigkeit der auf dem FILUM-Server gehosteten Datenbank nach Projektende gestellt.
Biljana Sikimić